FAQs Videokonferenz-Tools (insbesondere ZOOM)

1. Wozu ist ZOOM geeignet? Was sind typische Anwendungen?

ZOOM ist geeignet für Kurse, Seminare, Webinare, interaktive Vorlesungen, Online-Meetings mit bis zu 300 Teilnehmenden und Veranstaltungen mit öffentlichem Charakter. Für grössere Teilnehmendenzahlen an Vorlesungen und Veranstaltungen hat die UZH eine begrenzte Anzahl an Lizenzen für Webinare bis 500 resp. bis 1000 Teilnehmende. Diese Lizenzen müssen bei der Zentralen Informatik mittels Formular separat beantragt werden (siehe https://www.zi.uzh.ch/de/support/audio-video/zoom.html).

ZOOM ist auch für Lehrveranstaltungen mit Feedbackfunktionen und interaktiven Elementen geeignet.

Für Vorlesungen werden asynchrone Lösungen (z.B. Videoaufzeichnung am Schreibtisch) empfohlen.

 

2. Wozu sollte ZOOM nicht verwendet werden?

Für Seminare und Vorlesungen, bei denen heikle Daten ausgetauscht werden (bspw. Patientendaten im Rahmen von klinischen Seminaren der Medizinischen Fakultät, psychologische Beratungen, Supervisionen von Psychologen), darf ZOOM unter keinen Umständen verwendet werden.

Werden personenbezogene Daten ausgetauscht, ist Vorsicht geboten und eine Risikoabschätzung vorzunehmen.

Für UZH-interne Meetings soll ZOOM ebenfalls nicht verwendet werden.

Für derartige Konferenzen und Meetings soll aus datenschutz- und sicherheitstechnischen Überlegungen Microsoft Teams verwendet werden.

3. Was ist der Vorteil der ZOOM-Campus-Lizenz im Vergleich zur Gratisversion resp. Einzellizenzen?

Für die Bewältigung der Corona-Krise hat die UZH eine Campus-Lizenz für die Software ZOOM erworben. Mittels Rahmenabkommen von SWITCH (resp. der europäischen Organisation Géant) konnte die Einhaltung der EU-DSGVO in einem Global Data Processing Addendum vereinbart werden, womit ein zusätzlicher Datenschutz gewährleistet ist. Ein Abschluss dieses Global Data Processing Addendums wird auch vom Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich verlangt. Einzellizenzen sowie die Gratisversion sind hingegen nicht EU-DSGVO-konform.

4. Wird ZOOM von der Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich empfohlen?

Gemäss der Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich darf ZOOM nur mit der Campus-Lizenz und nur für die Zeit während der Corona-Krise eingesetzt werden. Nach Abschluss der Krise muss die Situation neu beurteilt werden.

Die Verwendung von ZOOM unterliegt gemäss der Datenschutzbeauftragten weiteren Bedingungen:

  • Bei Aufnahmen ist eine lokale Speicherung einer Speicherung in der Cloud vorzuziehen.
  • Wird ein Speicherort in der Cloud gewählt, ist ein Speicherort in Europa zu wählen.
  • Das Attention Tracking muss vor dem Einsatz von ZOOM deaktiviert sein.
  • Videokonferenzen sind mit einem Passwort zu schützen.
  • Die Verwendung der ZOOM-App ist der browsergestützten Nutzung vorzuziehen.
  • Die Teilnahme an ZOOM-Konferenzen über Telefon erfolgt gänzlich unverschlüsselt und ist nicht zu empfehlen.

5. Welche Haltung zu ZOOM hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz der Bundesrepublik Deutschland?

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz der Bundesrepublik Deutschland rät zur Verwendung von alternativen Angeboten. Nutzerinnen und Nutzer sollen ihre Kommunikationsmöglichkeiten hinterfragen, statt aus Bequemlichkeitsgründen die bekanntesten Angebote zu benützen.

Er rät zudem von der Kommunikation über ZOOM ab, wenn personenbezogene Daten im Spiel sind, da die Kommunikation teilweise nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt ist. Ebenso bemängelt er die intransparente Datenweitergabe bspw. an Facebook.

6. In der aktuellen Presse heisst es, ZOOM würde leichtsinnig mit Daten umgehen. Stimmt das?

ZOOM hat seine Datenschutzhinweise (Privacy Policy) seit Beginn der Corona-Krise überarbeitet. Hier wird erwähnt: «Wir verkaufen Ihre personenbezogenen Daten nicht» und «Ihre Meetings gehören Ihnen. Wir überwachen sie nicht und speichern sie nach Abschluss Ihres Meetings auch nicht». ZOOM hat damit bereits positive Korrekturen vorgenommen, es gibt aber betreffend Datensicherheit und Datenschutz nach wie vor bessere Alternativen.

Das ebenfalls in die Kritik geratene Aufmerksamkeitstracking, welches einer Überwachung von Teilnehmenden seitens der Dozierenden dienen kann, wurde per default abgeschaltet.

7. Sind spezielle Vorkehrungen zu treffen, wenn ich ZOOM benützen will?

Werden personenbezogene Daten über ZOOM geteilt, ist generell Vorsicht geboten, resp. es sind dem Risiko angemessene Schutzmassnahmen vorzusehen. Die datenschutzrechtlichen Anforderungen sind daran zu bemessen, wie heikel die im konkreten Fall ausgetauschten personenbezogenen Daten sind und welche Risiken aus dieser Datenverarbeitung für die betroffenen Personen erwachsen. Meist sind ja nicht nur die Teilnehmenden der Videokonferenz betroffen, sondern es können auch andere Personen Gegenstand einer Kommunikation sein, bspw. Patienten, Kundinnen, Studierende, Mitarbeitende.

Auf die Verwendung von Informationen über eindeutig bestimmte oder im Kontext bestimmbare Personen (bspw. Foto- und Filmaufnahmen von Studierenden, Patientinnen etc.) ist daher zu verzichten, ausser die betroffenen Personen haben in eine Veröffentlichung zu diesem Zweck zugestimmt.

Sodann sind die Empfehlungen der Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich einzuhalten (siehe oben).

8. Wie steht es um die Aufnahme-Funktion von ZOOM?

Sollen Videokonferenzen aufgezeichnet werden, müssen in erster Linie die beteiligten Personen damit einverstanden sein. Ohne Einverständnis der am Gespräch beteiligten Personen kann man sich strafbar machen.

Wenn eine Veranstaltung mitgeschnitten und zur Verfügung gestellt werden soll, ist darauf zu achten, dass die Teilnehmenden die Video-Funktionalität ausgeschaltet haben und nur der Bildschirm des Dozierenden aufgenommen wird. Sollen Frage- oder Diskussionsrunden aufgenommen werden, sind die Teilnehmenden zu informieren.

Sodann soll gemäss Vorgabe der Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich eine lokale Speicherung einer Speicherung in der Cloud vorgezogen werden. Wer dennoch in der Cloud speichert, soll zumindest einen Speicherort in Europa wählen.

9. Wie steht es um die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von ZOOM?

>Bei der Verwendung von ZOOM muss man sich bewusst sein, dass keine wirkliche Ende-zu-Ende Verschlüsselung der Videodatenströme stattfindet, sondern die Verschlüsselung erfolgt nur zwischen den Teilnehmenden und dem Server, auf dem die Daten unverschlüsselt vorliegen. Werden Videokonferenzen aufgezeichnet oder Dateien geteilt, so werden diese Inhalte in der Regel zumindest vorübergehend unverschlüsselt auf dem Server des Anbieters gespeichert.

10. Können bestehende Accounts von ZOOM-Einzel- oder Gratislizenzen auf die UZH-Campus-Lizenz überführt werden?

Ja, das ist möglich und wird dringend empfohlen (erhöhter Datenschutz). Eine Anleitung finden Sie hier

11. Was ist betreffend das Urheberrecht zu beachten?

Werden in den Online-Lehrveranstaltungen und Präsentationen Werke (Bilder, Texte etc.) von anderen Urhebern verwendet, so muss die Quelle stets angegeben werden (gute wissenschaftliche Praxis). Auch Werke aus dem Internet geniessen urheberrechtlichen Schutz.

Zudem ist es sinnvoll, die Studierenden darauf hinzuweisen, wie die Aufzeichnungen der Lehrveranstaltungen und darin enthaltene Präsentationen, Videos etc. verwendet werden dürfen. Dies kann bspw. durch Anbringung des folgenden Vermerks geschehen: «Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt und darf nur zu Lehrzwecken an der Universität Zürich verwendet werden. Für eine weitergehende Nutzung, insbesondere das Verbreiten über das Internet, ist eine Einwilligung des Urhebers erforderlich

12. Wo finde ich weitere Informationen und technische Hilfestellungen für weitere Videokonferenz-Tools?

Die Zentrale Informatik hat hierzu diverse Informationen bereitgestellt:

https://www.zi.uzh.ch/de/teaching-and-research/event-support/videoconference/desktop-vc.html >

Die Abteilung Datenschutzrecht der UZH hat eine Einschätzung verfügbarer Online-Tools vorgenommen:

https://www.dsd.uzh.ch/dam/jcr:e8615576-6aca-40cb-9b6e-7414ce1370ab/Online-Tools_de.pdf

Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich hat eine sehr umfassende Produkteliste zur digitalen Zusammenarbeit publiziert:

https://dsb.zh.ch/internet/datenschutzbeauftragter/de/themen/digitale-zusammenarbeit.html

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz der Bundesrepublik Deutschland hat eine Auswahlhilfe für Messengersysteme mit Audio-/Videounterstützung publiziert:

https://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Datenschutz/Auswahlhilfe-Messenger-Systeme.html?nn=13881424